JA zu gleichen Rechten – JA zur «Ehe für alle»

Homosexuelle Menschen haben in der Schweiz bis heute nicht dieselben Rechte wie heterosexuelle Menschen. Sie dürfen nicht heiraten. Die «Ehe für alle» macht endlich Schluss mit dieser Ungleichbehandlung. Sie verschafft Paaren gleichen Geschlechts Zugang zur Ehe und damit zu gleichen Rechten und Pflichten wie allen anderen Ehepaaren. An der Pressekonferenz in Bern hat das überparteiliche Komitee «JA für alle» die Kampagne lanciert und seine Argumente dargelegt.

«Die «Ehe für alle» ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Sie ist aber immer noch nicht Realität. Es ist höchste Zeit, das jetzt zu ändern», erklärt glp-Nationalrätin Kathrin Bertschy. Bereits 2013 hat sie die parlamentarische Initiative «Ehe für alle» eingereicht. Am 26. September 2021 kommt die Vorlage endlich zur Abstimmung. An der Pressekonferenz in Bern hat das überparteiliche Komitee «JA für alle» die Kampagne lanciert.

Ja zu gleichen Rechten – Ja zur «Ehe für alle»

«Die schweizerische Bundesverfassung hält klar fest, dass vor dem Gesetz alle Menschen gleich sind und niemand aufgrund seiner Lebensweise diskriminiert werden darf. Und sie betont das Recht auf Ehe und Familie», sagte Nationalrat Nicolas Walder (Grüne). Trotzdem haben gleichgeschlechtliche Paare nicht die gleichen Rechte wie heterosexuelle Paare. Bis heute wird ihnen der Zugang zur Ehe und den damit verbundenen Rechten verwehrt. Diese Diskriminierung ist mit einem liberalen Gesellschaftsbild und einem modernen Rechtsstaat unvereinbar. Denn es gibt keinen Grund, gleichgeschlechtlichen Paaren die Grundrechte zu verweigern. Die «Ehe für alle» macht endlich Schluss mit der bestehenden Ungleichbehandlung. Sie ist ein wichtiger Schritt zur Gleichstellung.

Alle gewinnen mit der «Ehe für alle»

«Mit der Öffnung der Ehe wird niemandem etwas weggenommen. Für die Ehe zwischen Mann und Frau ändert sich überhaupt nichts», betonte Ständerat Andrea Caroni (FDP). Vielmehr verschafft eine zeitgemässe Erneuerung der Ehe Popularität. Das Rechtsinstitut behält seinen wichtigen Stellenwert und wird sogar aufgewertet, wenn es potenziell mehr Menschen offensteht. Es ist nicht am Staat, Menschen vorzuschreiben, wie sie ihr Privat- und Familienleben zu gestalten haben. Liebe ist nicht abhängig von Geschlecht oder Sexualität – und das darf auch die Ehe nicht sein. Jedes Paar soll selbstbestimmt entscheiden können, ob und wie es seine Partnerschaft rechtlich regeln will.

Realität anerkennen, Kinder schützen

Nationalrätin Min Li Marti (SP) verwies darauf, dass unterschiedliche Familienmodelle schon lange Teil unserer Gesellschaft sind. «Dass Kinder bei einem gleichgeschlechtlichen Paar aufwachsen, ist bereits heute Realität. Fachpersonen gehen in der Schweiz von bis zu 30’000 Kindern aus. Die Ehe für alle sorgt für einen besseren Schutz für diese Kinder und ihre Familien.»

«Ein auf Freiheit und Eigenverantwortung gründender Staat kann gar nicht anders, als den Zugang zur Ehe allen Menschen zu eröffnen», unterstrich Nationalrat Hans-Ueli Vogt (SVP). «Denn mit jemandem eine Ehe einzugehen, ist eine grundlegende Form der Entfaltung menschlicher Persönlichkeit und der Tragung von Sorge und Verantwortung für einen Mitmenschen.»

Maria von Känel Co-Präsidentin des zivilgesellschaftlichen Komitees «Ehe für alle» verwies auf die klare Studienlage: «Für die Entwicklung der Kinder ist nicht die Familienkonstellation entscheidend, sondern die Fürsorge und die Zuwendung, die sie in der Familie erhalten. Gleichgeschlechtliche Paare sind genauso gute Eltern wie heterosexuelle Paare.» Co-Präsident Daniel Stolz unterstrich: «Unser Ja ich will, in guten und schlechten Zeiten – ist absolut genau gleich viel wert.»

Rechtsungleichheit belastet Wirtschaftsstandort Schweiz

Die Schweiz gehört in Sachen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare zu den Schlusslichtern. Sie ist das zweitletzte Land Westeuropas, das gleichgeschlechtlichen Paaren die Heirat verbietet. Bei einem Nein zur Ehe für alle droht ein Image-Verlust zum Schaden des Standorts Schweiz. «Die Abstimmung steht im internationalen Scheinwerferlicht. Ein Ja ist absolut zentral, damit die Schweiz auch weiterhin als attraktiver Wirtschaftsstandort wahrgenommen wird», sagte Nationalrat Martin Landolt (Die Mitte).

Für Rückfragen:

Kathrin Bertschy, Nationalrätin glp, Tel. 078 667 68 85
Andrea Caroni, Ständerat FDP, Tel. 079 688 96 50
Hans-Ueli Vogt, Nationalrat SVP, Tel. 076 568 58 00
Min Li Marti, Nationalrätin SP, Tel. 079 344 54 71
Nicolas Walder, Nationalrat Grüne, Tel. 079 550 05 13
Martin Landolt, Nationalrat «die Mitte», Tel. 079 620 08 51
Daniel Stolz, Co-Präsident Komitee «Ehe für alle», Tel. 076 383 28 16 Maria von Känel, Co-Präsidentin Komitee «Ehe für alle», Tel. 079 611 06 71

Medienmitteilung