Wo die «Ehe für alle» schon heute möglich ist

Die Schweiz gehört in Sachen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare zu den Schlusslichtern. Europaweit ist die «Ehe für alle» längst Standard. Wenn die Schweiz nicht endlich nachzieht, dann wird die Rechtsungleichheit zu einem Standortnachteil und belastet unser Image.

Vor 20 Jahren erlaubte die Niederlande gleichgeschlechtlichen Paaren, zu heiraten. Sie war das erstes europäisches Land, das die «Ehe für alle» einführte. Inzwischen ist diese in 28 Ländern Standart, so auch in unseren Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Österreich. «In den letzten fünf Jahren hat sich in westlichen Ländern viel getan. Selbst in Irland, wo die katholische Kirche 77 Prozent der Bevölkerung zu ihren Mitgliedern zählt, dürfen gleichgeschlechtliche Paare seit 2015 heiraten: Das Referendum wurde mit 62 Prozent klar angenommen», heisst es in einem Beitrag von watson. In Westeuropa haben bis auf Italien und die Schweiz sämtliche Staaten die Ehe für alle Paare geöffnet.

Karte: watson.ch

Die Einführung der eingetragenen Partnerschaft im Jahre 2007 ermöglichte gleichgeschlecht- lichen Paaren zwar, ihrer Beziehung einen rechtlichen Rahmen zu geben. Die eingetragene Partnerschaft ist jedoch bloss ein schlechter Verschnitt der Ehe, eine Ehe zweiter Klasse. 

Die Liste der Staaten, welche unterschiedliche Gesetze für heterosexuelle und für homosexuelle Menschen kennen, wird immer kürzer. Die Schweiz befindet sich in unrühmlicher Gesellschaft von Ländern wie Weissrussland, Türkei China und Pakistan. Es ist höchste Zeit, dass die Schweiz endlich nachzieht und die Ehe für alle Paare öffnet. Ansonsten drohen gewichtige Nachteile. Bei einem Nein büsst der Schweizer Standort massiv an Attraktivität ein. Internationale Unternehmen, die bereits einen Sitz in der Schweiz haben oder sich überlegen, ihren Standort hierher zu verlegen, legen viel Wert auf Rechtsstaatlichkeit. Gleiche Rechte sind zentral für eine starke Wirtschaft und eine liberale Gesellschaft.

Am 26. September stimmt die Schweiz über die «Ehe für alle» ab. Das Stimmvolk hat die Möglichkeit, endlich nachzuziehen und die gesetzliche Lage derjenigen der andern westeuropäischen Staaten anzupassen.

Zum Beitrag: watson