«Der Staat soll private Beziehungen nicht werten»

Die «Ehe für alle» ist eine liberale Kernforderung, sagt Bundesrätin Karin Keller-Sutter im Interview. «Der Staat soll private Beziehungen nicht werten und den Menschen also auch nicht vorschreiben, wie sie ihr Paar- und Familienleben zu gestalten haben. Es gibt keinen Grund, diesen Vertrag nicht allen anzubieten. Der Staat lässt damit allen die Wahlfreiheit. Für die Ehe zwischen Frau und Mann ändert sich zudem nichts, es entsteht niemandem ein Nachteil.»

Dass die «Ehe für alle» ein Zwischenschritt zur Leihmutterschaft sei, lässt die Bundesrätin nicht gelten: «Die anonyme Samenspende und die Eizellenspende bleiben für alle Paare verboten, das Verbot der Leihmutterschaft steht sogar in der Verfassung.» Mit der «Ehe für alle» erhalten alle Ehepaare, auch gleichgeschlechtliche, im Bereich der Fortpflanzungsmedizin die gleichen Rechte.

Bundesrat und Parlament haben bereits 2020 deutlich JA zur «Ehe für alle» gesagt. Am 26. September 2021 wird die Schweizer Bevölkerung darüber entscheiden, ob künftig für alle Paare die gleichen Rechte gelten.

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