Kinder
Realität anerkennen, Kinder schützen
Das Kind heult in die Kamera, darüber der Slogan: «Kinder auf Bestellung? Nein!» Mit diesem Sujet versuchen die Gegner:innen der Ehe für alle, die Abstimmung vom 26. September zu gewinnen. Das ist scheinheilig und realitätsfremd. Denn die «Ehe für alle» stärkt das Kindswohl, sorgt für besseren Schutz von Kindern aus Regenbogenfamilien und garantiert das Recht der Kinder auf Kenntnis ihrer Abstammung.
Behauptet wird: Die «Ehe für alle» gefährdet das Kindswohl.
Korrekt ist: Die «Ehe für alle» stärkt das Kindswohl. Unterschiedliche Familienmodelle sind schon lange Teil unserer Gesellschaft. Dass Kinder bei einem gleichgeschlechtlichen Paar aufwachsen, ist bereits heute Realität. Fachpersonen gehen in der Schweiz von bis zu 30’000 Kindern aus. Die «Ehe für alle» sorgt dafür, dass diese Kinder besser geschützt werden. Nur mit der «Ehe für alle» haben sie in Zukunft von Geburt an zwei Elternteile und sind beim Tod eines Elternteils rechtlich abgesichert. Das ist ein grosser Fortschritt.
Wird ein Kind in einer Ehe geboren, gilt der Ehemann gemäss Art. 255 ZGB automatisch als Vater. Das ist auch dann der Fall, wenn der Ehemann nicht der biologische Vater ist – zum Beispiel, weil das Kind mit Hilfe einer Samenspende gezeugt wurde. Es ist nur logisch, gleichgeschlechtliche Paare in diesem Bereich mit homosexuellen Paaren gleichzustellen. Das dient dem Wohl des Kindes.
Behauptet wird: Nach der «Ehe für alle» kommt die Leihmutterschaft.
Korrekt ist: Die Leihmutterschaft ist und bleibt in der Schweiz verboten – sowohl für homo- als auch für heterosexuelle Paare. Das Verbot ist in der Bundesverfassung verankert. Eine Aufhebung erforderte eine Mehrheit von Volk und Ständen.
Behauptet wird: Die «Ehe für alle» inklusive Samenspende für lesbische Paare führt zu gesetzlich vorgesehener Vaterlosigkeit und Identitätsproblemen.
Korrekt ist: Mit der Öffnung der Ehe und dem Zugang zur Samenspende in der Schweiz wird das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung garantiert. Heute lässt das Gesetz die Samenspende in der Schweiz nur für verheiratete Paare zu. Manche Frauenpaare entscheiden sich darum für eine Samenspende im Ausland. Dort ist jedoch nicht immer gewährleistet, dass das Kind erfahren kann, wer sein biologischer Vater ist. Die «Ehe für alle» garantiert das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung.
Behauptet wird: Kinder brauchen Mutter und Vater.
Korrekt ist: Kinder brauchen Zuwendung, Fürsorge und Liebe. Studien zeigen: Für die Entwicklung der Kinder spielt es keine Rolle, ob sie bei gleich- oder verschiedengeschlechtlichen Paaren aufwachsen. Wichtig für Kinder ist nicht die sexuelle Präferenz ihrer Eltern, sondern das Klima in der Familie. Gleichgeschlechtliche Paare sind genauso gute Eltern wie heterosexuelle Paare.